Im April 1879 schrieb Carl Ludwig Schleich sich an der Universität Zürich als Medizinstudent ein.

Er wohnte laut Recherche von Herrn Dr. U. Helfenstein,Zürich in der Rämistraße 28

( Bild oben )

Seine anfängliche Freude endlich in der Ferne zu sein, schlug rasch in schlimmes Heimweh um. Das Studium vernachlässigte er, weil ohne väterliche Kontrolle, immer mehr.

Sein Leben in Zürich wurde mehr und mehr *Wein, Weib und Gesang*. Seine Zweifel an der Richtigkeit der Berufswahl steigerten sich. Er lernte Gottfried Keller kennen und es entwickelte sich eine tiefe Freundschaft zwischen den so unterschiedlichen Menschen und es ist schon eine Merkwürdigkeit des Schicksals, wie es den zur Naturwissenschaft *verurteilten* Carl Ludwig Schleich schon in Zürich mit Gleichgesinnten der *Schönen Künste* zusammen brachte.

 Ein Ausreißversuch nach Italien, um Opernsänger zu werden, scheiterte an der Intervention des Vaters und so beendetete Schleich das Abenteuer Zürich.

Unkommentiert dazu das Gedicht:

Zur Heimat

Aus Wäldern steigt der Nebeldampf,

Über den Höhen tobt ein Kampf

Von himmlischen Gewalten.

Die Erde brennt! Wie brennt mein Herz!

Zum Meer!  zum Meere!  Heimatwärts!

Kein Süden kann mich halten!

 

Wie reißt sich von der Erde Brust

Der junge Strom vor Wanderlust,

Wie schäumt ihm Blut und Welle!

Zum Meer! zum Meere! Heimatwärts

Jagt Nebel, Wolke, Strom und Herz

Dir, Heimatstrand entgegen!